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Oktober 2011 - Das reizende Büro -
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Die Büroarbeitsplatzgestaltung befindet sich in einem grundlegendem Wandel. Ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der noch weit verbreiteten und auf traditionellem Gedankengut basierenden „Doktrin“ vom „richtigen“, dem rückenschonenden Sitzen gilt es dabei zu vollziehen. Die Spezies Mensch, die immer noch die Gene des Sammlers und Jägers in sich trägt ist nicht für längeres Sitzen geschaffen sondern für die Bewegung.

Lust auf Sitzen – Lust auf Arbeiten? Um dieses hehre Ziel zu erreichen, setzt das „reizende Büro“ auf mehr Bewegung im Büroalltag. Es orientiert sich an den lebendigen Bedürfnissen und Erwartungen einer intelligenten Geist-Körper-Einheit. Die hier zum Tragen kommende Reizsetzung konzentriert sich auf die vestibulär-propriozeptive Sensorik 1 (Sensomotorik). Sie ist unter anthropologischen Gesichtspunkten bedeutend und gewährleistet einen wichtigen Ausgleich zu den im heutigen (Büro-) Alltag überbelasteten optischen und akustischen Sinnesorganen. Ein Mehr an Bewegung bringt den Menschen in die Balance, weil die Sinne sich in Balance befinden.
Der Mensch ist ein Sinnes- und Bewegungswesen. Seine biologischen Funktionen sind seit Jahrmillionen von Jahren auf Gehen, Klettern, Hangeln sowie auf diverse Wechselhaltungen wie Liegen oder Kauern auf dem Boden trainiert. Diese Errungenschaften bürgen für optimale körperliche-geistige und psychische Funktionen - aber eben nur, solange ein Individuum regelmäßig in Bewegung bleibt. Biologische Funktionen benötigen komplexe Reize zur Eigenstärkung. Deshalb gilt es die körpereigenen Kompetenzen moderat zu fordern um sie zu fördern. Statik dagegen bedeutet Stillstand.
Bewege Deinen Körper und Dein Geist wird Dir folgen
Unsere körperliche und geistige Beweglichkeit basiert auf „Haltungswechsel“ und Bewegung. Die Körperhaltung des Menschen, und damit die sehr beweglich zueinander stehenden Körpersegmente, ist stets das aktive Produkt eines genau abgestimmten senso-neuro-muskulären Zusammenspiels. Haltung ist also mitnichten ein statischer Zustand und sollte auch nicht in einer statischen Sitz- bzw. Arbeitshaltung münden. Haltungswechsel und Bewegung zulassen und nicht verhindern ist das oberste Ziel für eine vitale Geist-Körper-Einheit.
Der (Arbeits-) Raum als „Bewegungsverführer“. Räume und deren Ausstattung können ein bestimmtes Bewegungsverhalten nahe legen, Handeln unterstützen oder behindern. Das im „reizenden Büro“ zum Tragen kommende Raumkonzept setzt darauf, dass Menschen ihren unterschiedlichen, ureigenen motorischen „Fingerabdruck“ auch in der Diversifikation verschiedenster Arbeitshaltungen sowie bewegter Verhaltensweisen zum Ausdruck bringen können. Die hier aufgezeigten „Tools“ eröffnen eine größere Bewegungsvielfalt und damit die Option für variable Bewegungsmöglichkeiten.
A Lebendiges Sitzen
Der sitzende Mensch sollte in einer Beziehung zu seinem Stuhl stehen können. Stuhl und die natürlich-dynamischen Funktionen des Organismus stellen ein System dar. Das natürliche und damit lebendige (Sitz-) Verhalten wird dabei unterstützt und nicht behindert. Dreh- und Angelpunkt hierfür ist eine freifließende und von der Synchronmechanik losgelöste Sitzfläche (3-D-Bewegung) zur Förderung der Beckendynamik. Dadurch ausgelöst ergibt sich als funktionelle Einheit ein koordiniertes Zusammenspiel der Segmente von Becken, Beine, Wirbelsäule, Schulter und Kopf. Das natürliche und individuelle Sitzverhalten entfaltet sich quasi reflektorisch als sensomotorische Reaktion infolge der beweglichen Sitzfläche.
Darüber hinaus stabilisiert die Sitzfläche sich automatisch in den Sitzwinkeln, die der Körper bevorzugt oder die Arbeitsaufgaben erfordern.
B Stehen wie auf Wolken

Bei stehenden Tätigkeiten erweist sich ein harter Fußboden als nicht so angenehm wie ein weicher. Hier können spezielle elastische Bodenmatten (Spezialschaumstoff) Abhilfe schaffen. Ihre weiche, elastische Struktur vermittelt nicht nur ein angenehmes, wohltuendes Gefühl (Bitte Schuhe ausziehen!) sondern die auf den Matten in die Wege geleitete Fußaktivität trainiert die Beinvenen und fördert taktil-propriozeptive Wirkmechanismen.
C Zwischen Sitzen und Stehen

Es sind vor allem solche Sitz-, Stehhilfen zu empfehlen, die Sitzpositionen in verschiedenen Höhen zulassen, die eine ergonomische Vorneigung der Mittelsäule aufweisen in der man ein Teil des Körpergewichts an die Sitz-Steh-Hilfe abgibt und den Rest mit den Beinen trägt. Die Mechanik der Sitz-, Stehhilfe gewährleistet – die erwähnte - frei fliesende Beckendynamik bei guter progressiver Dämpfung, damit eine harmonische freie Bewegungen des Beckens in alle Richtungen gewährleistet ist.
Bei deutlich geöffnetem Sitzwinkel und der dadurch gewährleisteten Druckentlastung der inneren Organe (Bauchraum, Lunge) werden durch intrinsisch gesteuerte Bewegungshandlungen die wichtigsten Funktionen eines lebendigen Organismus auf natürliche Weise aktiviert (Haltungs- und Bewegungssystem, Herz-Kreislaufsystem, Gehirnstoffwechsel, innere Organe).
D Schwingen Sie sich zur Höchstleistung

Ein Trampolin im Büro ist zuerst einmal ungewöhnlich. Der körperlich-geistige Nutzen für alle Mitarbeiter ist allerdings signifikant. Es handelt sich auch um kein klassisches Minitrampolin. Die hier zum Tragen kommenden elastischen, schwingungsempfindlichen Gummibänder ermöglichen besonders gelenkschonende, das komplexe Haltungssystem fördernde Schwungübungen. Der entscheidende Nutzen aber liegt in der hohen Stimulation unserer vestibulär-propriozeptiven Funktionen. Es gibt heute ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse über die Bedeutung dieser Reizsetzung. Sie stellen eine wichtige Basis für die Hirnplastizität (Form- und Anpassungsfähigkeit des Gehirns) dar. Sie verbessern insgesamt das Stoffwechselmilieu und sorgen im speziellen für ein besseres Anpassungs- und Verarbeitungsniveau im Gehirn. Wie Wissenschaftler in den letzten Jahren aufgrund moderner bildgebender Verfahren belegen konnten, tragen sensomotorische Reize dazu bei, dass die Hirnareale - derart komplex beansprucht - neurotrope (nervenzellschützende) Stoffe freisetzen, wodurch die Verschaltung und Erhaltung neuronaler Strukturen gewährleistet und der Nervenstoffwechsel gefördert wird. Dies ist die Voraussetzung für kognitive Höchstleistungen. Also immer wieder einmal aufstehen und schwingen oder noch besser: Schwingen Sie regelmäßig während des Telefonierens.
5000 Schritte sind das tägliche Ziel
Und diese Verhaltenstipps führen zu mehr erforderlicher Alltagsmotorik. Sie stocken damit Ihr tägliches „Schrittkontingent“ auf:
10 Tipps für mehr Bewegung im Büroalltag
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Meetings/Konferenzen in Räumen durchführen ohne Stühle dafür Stehpulte
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Besprechungen und Telefonate weitestgehend im Stehen oder dabei Auf- und Abgehen.
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Verzichten Sie auf Aufzüge und Rolltreppen und nehmen stattdessen die Treppe.
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Holen Sie Dinge selbst, statt diese sich mitbringen zu lassen
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Richten Sie es ein, dass Sie zum Kopieren, Ausdrucken und ähnlichen Tätigkeiten ihr Büro verlassen müssen.
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Überlegen Sie sich einen „bewegten“ Weg zur Arbeit (zu Fuß, mit dem Fahrrad, eine U-Bahn / Bus Station früher aussteigen, den Parkplatz für das Auto ca. 10 Minuten vom Arbeitsplatz entfernt wählen.
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Praktizieren sie kurze / längere Spaziergänge in der Pause / zu Hause
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Wenn Sie über etwas Nachdenken müssen, gehen Sie ein paar Schritte. Das hilft!
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Organisieren Sie Ihre Arbeitsabläufe so, dass Wege entstehen, z. B. Verlagerung des Druckers und des Kopierers in einen anderen Raum, Mitarbeiter persönlich aufsuchen, anstatt eine E-Mail zu versenden.
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Führen Sie Besprechungen während eines Spazierganges im Freien durch.
1 Im Körper (Innenohr, Gelenken, Muskeln und Sehnen) ist ein umfangreiches Meldesystem vertreten, das für unser Körper- und Bewegungsgefühl verantwortlich ist. Aktuell müssen wir von einer Dominanz unseres visuellen und akustischen Systems am Gesamtpotenzial der sensorischen Informationen bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben ausgehen. Damit verlagert sich die „Waage der sensorischen Information“ immer mehr zu ungunsten der vestibulär-propriozeptiven Anteile. Die Folgen dieser Fehlsteuerung der Sinneskoordination zeigen sich in mangelnden Verschaltungen der Zentren im Gehirn, was eine im Gleichgewicht stehende körperliche, geistige und psychische Befindlichkeit stört.
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